Über die Wasserhärte

Die Wasserhärte entsteht beim Durchtritt von Wasser durch Böden und/oder Grundwasserleiter (Aquifere), denn Regenwasser ist zunächst einmal weich. Deshalb hängt es stark vom geologischen Untergrund ab, welche und wie viel Härtebildner in Lösung gehen können.

Weiches Wasser ist günstiger für alle Anwendungen, bei denen das Wasser erhitzt wird, zum Waschen, zum Gießen von Zimmerpflanzen etc. Nachteilig sind jedoch die starke Schaumbildung bei Waschmitteln und die schlechte Entfernbarkeit von Seife z. B. beim Händewaschen.

Hartes Wasser führt zur Verkalkung von Haushaltsgeräten, erhöht den Verbrauch von Spül- und Waschmitteln, und beeinträchtigt oder fördert, je nach dem Maß der Härte, den Geschmack und das Aussehen empfindlicher Speisen und Getränke (z. B. Tee). Hartes Wasser kommt aus Regionen, in denen Sand- und Kalkgesteine vorherrschen (1).

Nach der Neufassung des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes im Jahr 2007 wird die Wasserhärte in 3 Härtebereiche eingeteilt:

Weich mit einer Härte bis 8,4 °dH (<1,5 mmol/l)
Mittel mit einer Wasserhärte von 8,4-14 °dH (1,5-2,5 mmol/l)
Hart mit einer Wasserhärte über 14 °dH (> 2,5 mmol/l)

Gleichzeitig wurde die Angabe Gesamthärte je Liter (°dH) durch die Maßeinheit Millimol Calciumcarbonat je Liter ersetzt (mmol/l).

Damit sollten die Härtebereiche an die europäischen Standards angepasst werden.

Nach § 14 der Trinkwasserverordnung sind Wasserversorgungsunternehmen dazu verpflichtet, regelmäßig, aber mindestens einmal jährlich mikrobiologische und chemische Untersuchungen des Trinkwassers durchzuführen. Nach §21 der Trinkwasserverordnung muss den Verbrauchern mindestens einmal jährlich geeignetes und aktuelles Informationsmaterial über die Qualität des bereitgestellten Trinkwassers schriftlich oder durch Aushang zur Verfügung gestellt werden. Daran halten sich auch die allermeisten Städte und Gemeinden und darauf beruhen die Daten, die wir für unsere Datenbank erfasst haben.

Wenn Angaben in mmol/l gemacht wurden, haben wir sie in die (noch) bekanntere Maßeinheit °dH umgerechnet.

Wenn lediglich die Härtebereiche angegeben wurden, haben wir das entsprechend in °dH-Angaben übersetzt.

Was wird von der Wasserhärte beeinflusst?

Am bekanntesten sind sicherlich die Wasserenthärter in Waschmitteln. Je härter das Wasser desto mehr Enthärter wird benötigt und es muss mehr Waschmittel dosiert werden. Das kann je nach Hersteller bis zur doppelten Menge gehen. Das geht nicht nur ins Geld, das belastet natürlich auch die Umwelt, besonders wenn bei weichem Wasser diese Überdosierung gar nicht nötig wäre.

Wer kennt das nicht, beim Dosieren wird nach Gefühl mal etwas mehr, mal etwas weniger verwendet, je nachdem wie voll die Maschine ist oder wie schmutzig die Wäsche erscheint. Meistens allerdings zu viel, wie das Öko Institut in einer Studie für die Firma Miele2 im Jahr 2008 fest gestellt hat. Die Studie ist zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Haushalt in Deutschland jährlich durch falsche Dosieung etwa 3,5 kg Waschmittel zu viel verwendet. Und hier wurde die unterschiedliche Wasserhärte noch nicht einmal berücksichtigt.

3,5 kg jährlich macht pro Haushalt etwa 5-15 Euro aus, je nach Waschmittel. Für die Umwelt macht es deutlich mehr aus, bei etwa 40 Millionen Haushalten in Deutschland3 nämlich 140.000 Tonnen jährlich. Und wie bereits erwähnt, die Dosierungsempfehlungen für unterschiedliche Wasserhärten sind in dieser Studie noch gar nicht eingerechnet worden.

Die Wasserhärte beeinflusst aber nicht nur das Waschergebnis, sie ist auch für viele andere Bereiche des Lebens wichtig. Die meisten Tees (aber nicht alle) profitieren ungemein von weichem Wasser, Kaffeegenießer bevorzugen ein Wasser mit mittlerer Härte (und neutralem PH-Wert) und inzwischen interessieren sich auch Wein- und Whiskeytrinker für die Wasserhärte und den damit einhergehenden Mineraliengehalt.

Diese und noch viele weitere Informationen haben wir in unserer App, individuell zugeschnitten auf die jeweils vorliegende Wasserhärte, zusammen gestellt.