10.03.2021 | Thomas Krisch | #nitrat  #trinkwasser  #familie  #leitungswasser  #ernährung  

Osmosewasser

Auftischt Umkehrosmoseanlage neben EspressomaschineIm Gegensatz zu einfachen Tischfiltern auf Aktivkohlebasis zum Enthärten von Wasser, filtern Umkehrosmoseanlagen alle ungewollten Inhaltsstoffe zu fast 100% heraus, auch Arzneimittelrückstände  und natürlich das Nitrat. Sie sind daher für Gegenden mit einem hohen Nitratgehalt im Trinkwasser eine ernsthafte Alternative zu nitratarmem Baby- oder Bio-Mineralwasser. Das so gefilterte Wasser wird gemeinhin als Osmosewasser bezeichnet.

Ursprünglich wurden solche Anlagen für das Militär und die Raumfahrt entwickelt, um beispielsweise Trinkwasser aus Urin oder extrem verschmutztem Abwasser zu erzeugen. Das Wasser wird hier mit Druck durch eine extrem feine Membran gepresst. Diese Membran ist so fein, dass (fast) nur noch die eigentlichen Wassermoleküle hindurch kommen, beinahe alles andere wird zurück gehalten. In den meisten Anlagen werden noch verschiedenen weitere Filter vor und nach dem eigentlichen Osmosefilter eingesetzt, beispielsweise Aktivkohlefilter und Filter auf Kokosfaserbasis, um vorab gröbere Partikel auszufiltern oder das Ergebnis geschmacklich zu optimieren (1).

Andere Anlagen arbeiten nicht über eine Filterung sondern über eine Destillation. Hier fallen keine extra Kosten für die Filter an, dafür ist der Strombedarf deutlich höher, da das Wasser hier über ein Heizelement zum kochen gebracht werden muss um anschliessend als abgekühltes Kondensat wieder aufgefangen zu werden. Auch müssen diese Anlagen regelmäßig entkalkt werden, was die Kosten und den Aufwand noch einmal erhöht. Auch benötigen diese Anlagen zwingend einen Stromanschluss, während Umkehrosmoseanlagen auch ohne auskommen.

Bei den Umkehrosmoseanlagen für den Haushalt gibt es 2 unterschiedliche Ansätze. Einmal eine Untertischanlage, die in der Nähe der Spüle montiert wird und direkt an den Wasseranschluss gekoppelt wird. Hier wird dann entweder ein eigener Wasserhahn montiert, der ausschließlich gefiltertes Wasser liefert oder es wird ein Wasserhahn mit einem Umschalter montiert.

Beide Varianten haben den Nachteil, dass ein gewisser Wasserdruck erforderlich ist, um überhaupt eine Filterung zu gewährleisten. Und selbst dann ist die Menge, die aus dem Hahn läuft, nicht mit dem normalen Wasseranschluss vergleichbar. Je nach vorhandenem Wasserdruck und der Feinheit der verwendeten Filterpatrone kann es schon mal 5 oder 10 Minuten dauern, bis 1 Liter Wasser gefiltert ist. Hier bieten einige Hersteller dann einen zusätzlichen Tank an, in dem gefiltertes Wasser auf Vorrat gespeichert wird um dann mit einer elektrischen Pumpe bei Bedarf schnell geliefert zu werden.

Was auf den ersten Blick nach einem großen Kompfortgewinn aussieht, bedeutet aber auch ein hygienisches Risiko, weil die Gefahr besteht, dass dieser Tank nach einer gewissen Zeit von Keimen, die nicht heraus gefiltert wurden (bei der Umkehrosmose werden zwar 99,x Prozent aller Inhaltsstoffe heraus gefiltert aber ein kleiner Rest bleibt halt im Wasser enthalten) besetzt wird. Da der Tank aber irgendwann in Vergessenheit gerät, bemerkt man diese Verkeimung nicht und setzt sich so möglicherweise einem erhöhten Krankheitsrisiko aus. Und gerade das soll ja durch so eine Anlage vermieden werden (2).

In den letzen Jahren ist eine interessante Alternative zu den Untertischanlagen erschienen, die keinerlei Installationsaufwand benötigt. Auftischanlagen von der Größe einer mittleren Espressomaschine, die über einen eigenen Tank verfügen, der mit Leitungswasser aufgefüllt wird und auf Knopfdruck Osmosewasser erzeugt. Solch eine Anlage eignet sich für Menschen, die täglich 1,5 bis 3 Liter Wasser benötigen (ein Knopfdruck erzeugt 1 bis 1,5 Liter Wasser in 2-3 Minuten, das in einer Glaskaraffe aufgefangen wird). Der Strombedarf ist relativ gering (10-15 Watt, 2-5 Minuten täglich benutzt), die eingebaute Pumpe leiser als die besagte Espressomaschine, lediglich die Filter sind eventuell etwas teurer als die von den Untertischanlagen (3).

Ganz neu sind Anlagen, die dem entmineralisierten Wasser anschliessend wieder Mineralien hinzufügen (4). Gerade zum Thema Mineralien im Trinkwasser gibt es aber durchaus unterschiedliche Meinungen in Bezug auf die Möglichkeiten des menschlichen Körpers, diese überhaupt aufzunehmen (5).

Die Annahme, dass Wasser ohne Mineralstoffe (z.B. destilliertes Wasser) dem Körper die Mineralstoffe wieder entzieht, ist allerdings inzwischen widerlegt. Eigentlich logisch, schliesslich trinken Tiere und auch unsere Vorfahren seit Millionen Jahren Regenwasser, also durch Dampfdestillation entstandenes, vollständig mineralfreies Wasser und es gibt uns immer noch (6).

  1. https://www.grueneperlen.com/wasser/osmosefilterung/
  2. https://www.inspiriert-sein.de/die-7-nachteile-einer-umkehr-osmose-anlage
  3. https://neueswasser.de/produkt/mobile-umkehrosmoseanlage-ohne-festwasseranschluss-r-o-pot/ 
  4. https://mitte.co
  5. http://www.osmose-wasser.com/mineralien-im-wasser.html 
  6. https://www.lebendiges-trinkwasser.de/osmosewasser/

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